Aktuelles

Fernsehauftritt des Ehepaar Carstensen am 06. Sept. 2021 im NDR im Rahmen der Sendung DAS!

 

 

Das Verwaltungsgebäude für die Nkoasenga Secondary School
– eine Kettenreaktion!  

 

Ein Verwaltungsgebäude für die Nkoasenga Secondary School – dieser Wunsch bestand schon seit Jahren! Büros für Schulleiter und Stellvertreter, ein Lehrerzimmer und Toiletten unter einem Dach und nicht in drei verschiedenen Gebäuden der Schule weit voneinander entfernt. Die Realisierung dieses großen Traumes scheiterte immer wieder an fehlenden Finanzen – immer gab es Dringenderes und Wichtigeres anzuschaffen, zu renovieren oder zu bauen.

Dank der Vermittlung von Herrn Dr. Andreas Costard, nach Präsentation des Partnerschaftsprojektes und einigen Vorgesprächen wurde am 15. Januar 2020 ein Kooperationsvertrag zwischen der Stiftung Block und dem Asante sana e.V. geschlossen! Nun standen plötzlich und völlig unbürokratisch ausreichend Mittel zur Verfügung, so dass die Realisierung des Traumes in greifbare Nähe rückte. Nachdem die Bauzeichnung und die Kostenvoranschläge hier in Deutschland überprüft und in Tansania durch verschiedene Instanzen bewilligt worden waren, erfolgte bereits am 18. Februar 2020 der erste Spatenstich. Die Handwerker aus dem Ort Nkoasenga arbeiteten fleißig und mussten schon bald keine Rücksicht mehr auf den Schulbetrieb nehmen. Denn in Tansania, genau wie in Deutschland waren alle allgemeinbildenden Schulen ab dem 17. März geschlossen. Aber glücklicherweise gab es in Nkoasenga keine coronabedingten Infektionen und so konnte bereits am 24. März der Dachstuhl gerichtet werden. Sintflutartiger Regen verzögerte Ende April den weiteren Baufortschritt. Die unbefestigte Straße nach Nkoasenga musste zeitweilig gesperrt werden, so dass Materiallieferungen nicht wie vereinbart erfolgen konnten. Als die Straßen für kleinere Fahrzeuge wieder frei gegeben waren, transportierte der Schulleiter in seinem privaten PKW die Farbe für den Außenanstrich. Das Rot sowie der Grauton wurde entsprechend den RAL-Vorgaben in Arusha angemischt. Als die Schüler*innen und Lehrkräfte nach über drei Monaten ohne Unterricht nach dem Corona – Lockdown am 27. Juni wieder zur Schule kamen, staunten sie über ein neues, großes, weißes Gebäude, das mit seinen grauen Fenstern und dem roten Sockelstrich das Farbschema der Stiftung Block präsentiert und sich zusammen mit den beiden angrenzenden Gebäuden, der Bibliothek und dem Chemieraum, damit deutlich vom Farbschema der übrigen Schule abhebt.  „It looks fine and attractive“ war die stolze Aussage von Amos Msengi, dem Schulleiter.

Insgesamt hat das gesamte Gebäude 25.300 Euro gekostet, etwas mehr als von uns zunächst veranschlagt. Dafür gibt es jetzt aber neben vier afrikanischen Toiletten auch zwei europäische  WCs, die besonders für behinderte und ältere Personen gedacht sind. Damit die Wasserspülung mit ausreichendem Druck in den Toiletten funktioniert, musste der Sockel der vorhandenen  Wasserspeichertanks erhöht werden. Während der Bauarbeiten haben wir entschieden, das gesamte Gebäude mit Bodenfliesen zu versehen. Der Mehrpreis zu der sonst üblichen roten Fußbodenfarbe betrug 950 €. Der Vorteil von Fliesen ist, dass sie wesentlich langlebiger und besser zu reinigen sind. Eine kleine Anekdote am Rande: als die Entscheidung zur Verlegung von Fliesen getroffen war, fuhr der Schulleiter nach Arusha, um diese auszuwählen. Letztendlich schickte er mir aber aus dem Fliesengeschäft Fotos von vier verschiedenen Designs, aus denen ich nun blitzschnell eine geeignete Fliese aussuchen sollte. Kaum war meine Antwort in Tansania angekommen, wurden die Fliesen auch schon gekauft. Was hätten wir nur ohne WhatsApp gemacht?

Von den 25.300 Euro Gesamtkosten entfallen 740 Euro auf den Transport des gesamten Materials von Arusha nach Nkoasenga (ca. 65 km); 5.900 Euro sind die an die Arbeiter gezahlten Löhne. Es freut mich besonders, dass zum wiederholten Male Handwerker aus dem Ort für die Schule Gebäude errichtet haben. So konnten wir die Menschen in dieser strukturschwachen Region gleichzeitig unterstützen! Am 10. Juli feierte Nkoasenga die Eröffnungsfeier des neuen Gebäudes unter Anwesenheit von Vertretern aus Politik, der Schulbehörde und Repräsentanten des Ortes und der Elternvertreter. Alle Schüler*innen und Lehrkräfte versammelten sich zusammen mit den Ehrengästen in der großen Halle und nahmen an der zweistündigen Zeremonie teil, die durch viele Reden, Musik und durch eine Baumpflanzaktion geprägt war. Am Abend nach der Veranstaltung fand dann der Umzug der Lehrkräfte in das neue Lehrerzimmer statt.

Der Bau des Verwaltungsgebäudes – eine Kettenreaktion?  Natürlich ist ein neues Lehrerzimmer mit modernem Sanitärtrakt Zeichen einer enormen Wertschätzung für alle Lehrkräfte und wird sich motivierend auf ihre Lehrtätigkeit auswirken. Mit nur geringem Renovierungsaufwand wird das alte Lehrerzimmer in den nächsten Wochen in einen Klassenraum zurück verwandelt werden. Dann verfügt die Schule über acht Klassenräume für vier Schülerjahrgänge. In jedem Klassenraum lernen, je nach Jahrgang, 40 – 45 Schüler*innen. Bisher nutzte die Schule den Chemiefachraum als achten Klassenraum. Durch die großzügige Spende der Stiftung Block stehen nun auch Gelder zur Fertigstellung des Chemieraumes zur Verfügung. Wenn Gas- und Wasserleitungen eingebaut und spezielle Labortische und Stühle angefertigt sind, wird dort in Kürze experimenteller Chemieunterricht stattfinden können. Insgesamt gibt es dann an der Nkoasenga Secondary School neben acht Klassenräumen drei naturwissenschaftliche Fachräume, je einen für Chemie, Biologie und Physik. Für die Ausstattung dieser Räume mit Geräten und Chemikalien hat der Asante sana Verein bereits in den letzten Jahren gesorgt. So löst der Bau des Verwaltungsgebäudes an der Nkoasenga Secondary School eine echte Kettenreaktion aus, die neben der Schulleitung und den Lehrern auch in besonderem Maße den Schüler*innen zu Gute kommt! Im Namen der Schüler*innen und Lehrkräfte bedankt sich der Schulleiter, Amos D. Msengi, auf Kisuaheli mit einem herzlichen ASANTE SANA!

Brigitta Carstensen

1.Vorsitzende Asante sana e.V.

15.07.2020

Die Bilder der anschließenden Fotodokumentation hat mir Herr Amos Msengi zugesandt